Glaubenskampf und Nächstenliebe. Geistliche Ritterorden in Duisburg und der Welt

11. April 2021 bis 27. März 2022

 

Was ist ein Ritter?

Der Ritter ohne Furcht und Tadel, der auf seinem weißen Pferd die Jungfrau rettet, ist ein Märchen. Das Bild findet sich bis heute in der Popkultur und in den Geschichten, die wir unseren Kindern erzählen und war auch schon im Mittelalter, der Zeit der Ritter, verbreitet. Doch war es je Realität?

Die Ritter des Mittelalters waren Krieger und Kämpfer für ihre jeweiligen Herren. Sie waren aber auch selbst Grundbesitzer und Herren über die auf ihrem Boden lebenden Bauern. Für Ruhm und Ehre führten sie in Friedenszeiten Kleinkriege gegeneinander, die die Kirche missbilligte, da kein Christ einen anderen Christen töten dürfe. Die Lösung lag auf der Hand: Die Ritter zogen fortan in den Krieg ins Heilige Land und bekämpften dort Andersgläubige, vermeintliche „Heiden“ – der Beginn der Kreuzzüge.

Ritter oder Ordensbrüder? Ritter und Ordensbrüder?

Woher kommt also das Bild des heroischen Kämpfers, der Gutes tut und an dem kein Fehl zu finden ist? Wenn nicht gerade Kampf und kriegerische Auseinandersetzung den Alltag der Ritter prägten, führten sie ein Leben, das nicht unbedingt die Billigung aller Zeitgenossen fand. Der Zisterzienser-Abt Bernhard von Clairvaux kritisierte im 12. Jahrhundert das ausschweifende und tugendlose Leben, das einige Ritter zu pflegen schienen. Wo Bewegung ist, ist häufig auch eine Gegenbewegung: Nicht alle Ritter wollten sich die Vorwürfe der Dekadenz und des unchristlichen Lebens gefallen lassen. Sie schlossen sich in Ritterorden zusammen, in denen sie ihr Leben nach strengen, klösterlichen Regeln gestalteten. Die bekanntesten Orden dieser Epoche sind die Templer, die Johanniter und der Deutsche Orden, von denen die letzten beiden in Form von Nachfolgeorganisationen bis heute bestehen.

 

Ordensritter in Duisburg

Auch in Duisburg haben die Ritterorden ihre Spuren hinterlassen. Doch nur wenige wissen, dass die Duisburger Marienkirche, die Musfeld- und die Johanniterstraße einen Bezug zu mittelalterlichen Ritterorden haben: Um 1150 übernahmen die Johanniter einen Adelshof in Duisburg, bauten dort eine Kirche und gründeten ein Hospital. Die Weihe-Urkunde dieser Kirche aus dem Jahr 1153/54 ist der älteste Beleg für eine Niederlassung der Johanniter im deutschsprachigen Raum.  Wirtschaftlich unterhielten sich die Johanniter in Duisburg mithilfe des Musfeldhofes, der sich mitsamt der zugehörigen Mühle in ihrem Besitz befand… Der Deutsche Orden erhielt im Jahr 1254 vom Kaiser die alte Königspfalz geschenkt und versah vom 13. bis 16. Jahrhundert das Pfarramt der Salvatorkirche. Infolge der Reformation zogen sich beide Orden aus Duisburg und vielen anderen Städten zurück.

Weitere Informationen und Termine entnehmen Sie bitte unserem Veranstaltungskalender.

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