Rassendiagnose: Zigeuner

03. April 2020 – 06. September 2020

Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung

Vom 3. April bis 6. September 2020 zeigte das Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie im Kultur- und Stadthistorischen Museum die Wanderausstellung „Rassendiagnose: Zigeuner. Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung“ des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma.

Die Ausstellung thematisierte schwerpunktmäßig die Ausgrenzung und Entrechtung der Minderheit im Nationalsozialismus bis zu ihrer systematischen Vernichtung im besetzten Europa. Die Präsentation machte die zerstörten Lebenswege hinter den abstrakten Dokumenten der bürokratisch organisierten Vernichtung sichtbar. Historische Familienfotos von Sinti und Roma gaben wiederum Einblicke in die Lebenswirklichkeit der Menschen und ließen sie als Individuen hervortreten.

Behandelt wurde auch die Geschichte der Überlebenden im Nachkriegsdeutschland, die erst spät als NS-Opfer anerkannt wurden. Am Ende der Ausstellung stand ein Ausblick auf die Menschenrechtssituation der Sinti-und Roma-Minderheiten in Europa nach 1989.

Das Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie hat die Ausstellung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma um einen lokalgeschichtlichen Teil zur Verfolgung der Sinti in Duisburg angereichert. Neben einführenden Thementexten zur Lebenssituation der Duisburger Sinti in den 1930er-Jahren und zu den immer engmaschigeren und schärferen Maßnahmen der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik wurden vor allem Einzelbiografien von Menschen vorgestellt, die Opfer der rassistischen Gewaltherrschaft wurden.

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Bildnachweise:

Fotos aus der Ausstellung: KSM/ZfE

Christine Lehmann (*1920 Duisburg) wurde 1944 mit ihren zwei Söhnen Egon (*1939) und Robert (*1942) in Auschwitz ermordet. (Foto von Mario Reinhardt, Duisburg)

Der Duisburger Sinto Franz Lehmann, um 1955. Er überlebte Auschwitz und Buchenwald. (Foto von Mario Reinhardt, Duisburg)

An die Verfolgung der Duisburger Sinti erinnern bisher nur vier Stolpersteine für Angehörige der Familie Atsch. (Foto: Zentrum für Erinnerungskultur)