Johannes-Corputius-Platz 1 | 47051 Duisburg | Tel. 0203  283 2640

Mercator-Matinéen 2018

Einen Steinwurf entfernt von der „Mercator-Schatzkammer“ im Kultur-und Stadthistorischen Museum befindet sich am Duisburger Rathaus die Kant-Gedächtnistafel, auf der man eines der berühmtesten Zitate des großen Denkers der Aufklärung lesen kann:
„Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.“
Immanuel Kant (1724-1804) hat sich in jungen Jahren auch als Astronom betätigt. Beim Blick in den Himmel stellte auch er sich die Frage nach außerirdischem Leben und kam zu dem Schluss, dass die Existenz von Lebewesen auf anderen Planeten unseres Sonnensystems sehr wahrscheinlich sei. Zudem formulierte er ein – aus heutiger Sicht sonderliches – Sonnenabstandsgesetz, nach dem die geistigen Fähigkeiten von Lebewesen zunehmen, je weiter sie von der Sonne entfernt leben. Aus einer geistigen Überlegenheit folgt demnach auch eine moralische Überlegenheit,
weswegen die Menschen aus geistiger und moralischer Perspektive nicht mehr als „Krone der Schöpfung“ zu betrachten seien. In seiner „Kritik der reinen Vernunft“ hat Kant dann noch grundsätzlicher über das Universum nachgedacht. Für ihn konfrontiert uns die Beschäftigung mit dem Universum auch mit den Grenzen unserer Erkenntnis und Vorstellungskraft, denn wir können uns weder ein endliches noch ein unendliches Universum vorstellen.

In seinem Haus in der Duisburger Oberstraße werden auch dem Kartographen und Kosmologen Gerhard Mercator (1512–1594) Gedanken dieser Art durch den Kopf gegangen sein, wobei alles dafür spricht, dass er an der biblischen Schöpfungsgeschichte und dem Menschen als Krone einer göttlichen Schöpfung niemals gezweifelt hat. Für ihn wird Gott seinen Platz tatsächlich im Himmel gehabt haben. Wo, wenn nicht oben – in der von Ptolemäus postulierten neunten Himmelssphäre – sollte der Höchste sein?

>> Hier können Sie das Programm 2018 als pdf downloaden!

 


 

Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg
Mercator-Gesellschaft Duisburg
Bürgerstiftung Duisburg
VHS Duisburg

Eintritt zu den Matinéen: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro
Beginn immer um 11.15 Uhr
Kartenreservierungen empfohlen!
Tel: 0203 283 2640 oder ksm@stadt-duisburg.de
Ein Glas Wein oder Saft sowie der Besuch der Ausstellungen sind inklusive!

 


 

Rückblick So 30. Oktober 2016

Bestimmend? – Mensch und Technik

Die philosophische Anthropologie geht der Frage nach, was den Menschen zum Menschen macht. Möglicherweise sein Umgang mit der Technik? Ein Kern-Argument philosophischer Anthropologen ist häufig die Unterscheidung zwischen Mensch und Tier. Im Vorfeld des sehr gelungenen Gesprächs hatte Pfarrer Winterberg in der Salvatorkirche eine Predigt zum facettenreichen Verhältnis von Mensch und Technik gehalten.

>> Gespräch zwischen Professorin Birgit Recki von der Universität Hamburg und Jürgen Wiebicke vom „Philosophischen Radio“ (WDR 5)

 


 

Rückblick So 3. April 2016, 11:15 Uhr,
Maximilian Letze stellt die Erfindungen des Universalgenies Leonardo da Vinci vor.

Leonardo da Vinci. Erfinder und Wissenschaftler

Leonardo da Vinci prägte wie kaum ein anderer die zweite Hälfte des zweiten Jahrtausends. Während Werke seines künstlerischen Schaffens, wie die “Mona Lisa” oder das “Abendmahl”, weltweit bekannt sind, wird der Vortrag eine weitaus weniger beachtete Seite des Universalgenies da Vinci präsentieren: Leonardo als Erfinder und Wissenschaftler. Sein Erfindungsgeist wird zum bestimmenden Thema und beleuchtet wird wie sehr seine künstlerische Begabung verknüpft war mit einem schier unstillbaren Fortschrittsdrang und mit der Faszination für die Möglichkeiten der “modernen” Technik.

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Es wird Wagen geben, die von keinem Tier gezogen werden und mit unglaublicher Gewalt daherfahren.“ (Leonardo da Vinci, italienischer Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph, 1452 bis 1519).

Maximilian Letze

Studierte Kommunikationswissenschaften und Kunstgeschichte am Emerson College, in Boston, USA und Betriebswirtschaft an der Universita Commerciale Luigi Bocconi in Mailand. Er vollendete sein Studium mit einem Master of Arts in Globalisierungsforschung des Erasmus Mundus Consortiums der Universität Leipzig. Seit 2013 ist er Geschäftsführer des Instituts für Kulturaustausch, welches seit über 25 Jahren internationale Tourneeausstellungen kuratiert und organisiert. Er ist u.a. Kurator der Ausstellung „Leonardo da Vinci. Erfinder und Wissenschaftler“.

 


 

Rückblick
Vortrag Prof. Dr. Ottmar Ett, Universität Potsdam

Ottmar EtteDER KOSMOS ALEXANDER VON HUMBOLDT(S)

Mehr als eine Stunde fesselte der international renommierte Humboldt-Forscher Professor Dr. Ottmar Ette die Zuhörer der Mercator Matinéen mit seinem frei gehaltenen Vortrag zu Leben und Werk eines der letzten Universalgenies. Mit lang anhaltendem Beifall endete damit die letzte Mercator Matinée der Staffel 2015.

Für diejenigen, die nicht dabei sein konnten, hier ein Link aus der Kurzfilmreihe „Wissenschaft für die Zukunft“ , in der Prof. Ette noch einmal die Leistungen Alexander von Humboldts zusammenfasst.